Anatomie und Entwicklung

Hüftentwicklung

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Die Hüfte eines Neugeborenen ist noch unreif. Das Hüftgelenk des Kindes erhält seine eigentliche Form zwar schon im Mutterleib, aber es reift erst vollständig nach der Geburt, da sich die zunächst knorpelartige Masse, aus der das Hüftgelenk besteht, nach und nach in Knochenmasse umwandelt.

Die entspannte Haltung eines Neugeborenen liegt bei zirka 100° Grad Anhockung und 40° Grad Abspreitzung pro Seite. Insgesamt also 80° Grad, aber niemals mehr als 90° Grad. Misst man die Haltung bei einem auf der Hüfte getragenen Kind, entsprechen die gemessenen Werte ungefähr den Werten im entspannten Zustand (45° und 90° bis 110°). In genau diesen Winkeln haben Hüftpfanne und Oberschenkelkopf die bestmögliche Stellung zueinander, um optimal nachreifen zu können. Aber nicht nur beim Säugling ist die Anatomie auf das Tragen ausgerichtet, auch bei der Mutter selbst liegen diese anatomischen Besonderheiten vor. Daher haben Frauen eine ausgeprägte Taille- und Hüftform als der Mann.
Um eine ideale Entwicklung der kindlichen Hüfte zu garantieren, sollte sie in ihrer Entwicklungszeit noch so wenig wie möglich strapaziert werden. Das ist möglich, indem das Kind seine Beine so oft wie möglich anwinkelt und abspreizt. Die optimale Haltung wäre ein Abspreizung von maximal 45° Grad auf jede Seite von der Mitte her (also insgesamt von maximal 90° Grad) und gleichzeitig die Knie in einem Winkel von mindestens 90° Grad bis Ideal 110° Grad angehockt sind (gemessen vom gestreckten Beim zum angehockten Oberschenkel). Das nennt man die Anhock-Spreiz-Haltung = ASH.
Bei einem zu früh geborenen oder auch neugeborenen Baby kann die korrekte Abspreitzung auch nur 30° Grad betragen.

Für eine optimale Hüftfreifung müssen die Oberschenkel des Kindes von Kniekehle zu Kniekehle abgestützt werden. Ist der Steg der Tragehilfe oder des Tragetuches zu klein/zu schmal, hängen die Oberschenkel herunter. Das Kind sitzt dann mit seinem ganzen Gewicht auf seinen Genitalien/Symphyse. Auch die Windel oder der gepolsterte Steg der Tragehilfe kann dem nicht entgegenwirken und es kann zu Schädigungen des Schambeines oder gar der Genitalien selber führen.

Für eine optimalen Anhock-Spreiz-Haltung der Beine ist es unerlässlich, dass das Becken des Kindes nach vorne gekippt ist und sich somit der Rücken im Lendenwirbelbereich rund machen kann. Nur so kann, während des Tragens, die Hüfte, welche beim Baby noch nach vorne orientiert ist, in ihrer Entwicklung optimal gefördert und unterstützt werden.

Anatomie und Entwicklung
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