Bitte nicht so tragen!
Bitte nicht so tragen!
Aktualisiert (Montag, den 24. Mai 2010 um 20:03 Uhr) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, den 28. April 2010 um 08:33 Uhr
Es kommt immer wieder vor, dass Eltern das Gefühl haben, dass Ihr Kind mehr sehen will. Das ist auch so. Denn das Kind wird mit zunehmendem Alter immer neugieriger und will am Leben aktiv teilhaben.
Man sieht es leider sehr oft: Babys in Bauchtragen, manchmal auch im Tuch in der Kreuztrage, die mit dem Gesicht nach vorne sitzen, die Beine nach unten baumelnd wie bei einem Hasen, der am Genick gepackt wird, oder wie ein Marienkäfer, der hilflos strampelnd auf dem Rücken liegt..
Viele Hersteller (hier auf dem Bild die Firma Babybyörn) von Bauchtragen werben mit einem Bild dieser Trageposition.
Das heisst aber noch lange nicht, dass diese Trageweise zu empfehlen und anatomisch korrekt ist. und ich denke, dass jeder von uns einen gesunden Menschenverstand hat und erkennen kann, dass man so nicht tragen sollte.
Ich empfehle nie ein solches Tragen in Gehrichtung!
Dann bevorzugen die meisten Eltern diese Lösung wie hier auf dem Bild
Das ist aber keine gute Lösung. Denn wenn man sich die Haltung des Kindes anschauen, dann bemerkt man einige Punkte, welche nicht dem anatomisch korrekten Tragen entsprechen:
- Der Rücken des Kindes ist gerade
- Die Beine hängen einfach herunter
- Das Kind hat keine Möglichkeit, sich bei Bedarf an seine Mutter anzukuscheln
- Das Baby wird unphysiologisch ins Hohlkreuz gedrückt
- Dadurch können beim Kind Rückenschmerzen entstehen
- Es ist keine Spreiz-Anhock-Haltung möglich
- Die Hüften können sich so nicht richtig entwickeln
- Reizüberflutung: Das Kind kann sich nicht bei Bedarf an die tragende Person ankuscheln, es hat keine Rückzugsmöglichkeit, es muss übermässige Reize ertragen
- Es ist kein Blickkontakt des Babys zur tragenden Person möglich
- Reizüberflutung kann zur Überlastung und zum abendlichen Schreien führen, ähnlich wie bei Schreibabys
- Das Baby muss sein eigenes Gewicht auf den Geschlechtsteilen (Hoden oder Symphyse) tragen
- Belastung des Schambereichs kann zu Fehlbildungen führen
- Die Mädchen sitzen so auf der Synphyse und der Klitoris
- Bei Jungen kann es zur Hodenquetschung kommen
- Bei der tragenden Person können Schulterverspannungen und Rückenschmerzen entstehen durch die Ausgleichhaltung
- Die Schmalen oft schlecht gepolsterten Schultergure der Tragehilfe tun hier ihr Übriges dazu
Die Alternative zum nach Vorne Tragen
Wenn das Kind mehr sehen möchte, dann wechseln Sie die Trageweise.
Das Kind kann auf der Hüfte oder dem Rücken getragen werden.
Das geht im Tragetuch genauso gut wie in einer guten und ergonomisch korrekten Tragehilfe.
Im Hüftsitz und in der Rückentrage sind die Beine in der korrekten Anhock-Spreiz-Haltung (ASH). Das Kind kann nach allen Seiten schauen und sich bei Bedarf an seine Mutter ankuscheln. Ist das Kind hoch genug gebunden, kann es sogar über Ihre Schulter schauen und am Alltag mit Ihnen teilnehmen.


