Warum wir tragen

Tragen liegt in unserer Natur

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Der Mensch ist eine physiologische Frühgeburt und benötigt den Körperkontakt um gesund reifen zu können. Diese Frühgeburt ist notwendig. Würde das Kind weiter entwickelt zur Welt kommen, könnte es nicht mehr geboren werden.

Das Menschenkind ist von der Natur aus ein Tragling, der auf das Tragen auf der Hüfte vorbereitet ist. Die kindliche Hüfte ist darauf angelegt, um auf der mütterlichen Hüfte auszureifen.
Daher gibt es in Kulturen, in denen die Kinder getragen werden auch kaum Hüftdysplasien oder andere uns bekannten Fehlstellungen der Hüfte.

In der Verhaltensbiologie unterscheidet man drei Jungentypen.
Es handelt sich da um die Anpassung an die Lebens- und Betreuungssituation der verschiedenen Tierarten, einschliesslich des Menschen.

Die Namen Nesthocker, Nestflüchter und Tragling sind sozusagen Kurzformeln für die jeweiligen Bedürfnisse und Anpassungen des Nachwuchses an ihre unterschiedlichen Lebensbedingungen und den Eigenschaften und Bedürfnisse als Neugeborenes.

Der Begriff Tragling wurde erst im Jahre 1971 vom Biologe Bernhard Hassenstein eingeführt. Der Mensch gehört zu diesem Jungentypus.

Die Verhaltensdispositionen, unsere Stammesgeschichte als Sammler, Jäger und Nomaden und Vergleiche mit unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, sprechen dafür, dass das menschliche Neugeborene zum biologischen Jungentypus des Traglings zählt.

Alle Traglinge sind an das ständige Mitgenommenwerden angepasst und darauf angewiesen. So kommt ein menschliches Baby auch heute noch mit geschlossenen Händen (Fäustchen) und Füßen (Eindrehen der Füßchen nach innen und zusammengekrallten Zehen) zur Welt. Denn legten unsere Vorfahren ihr Baby auf den Boden, kam schnell ein Wild- oder Raubtier und das Kleine war weg.
Aus diesem Grund schreien auch unsere heutigen Säuglinge immer, wenn wir sie ablegen. So gehen sie nicht vergessen.

Beteiligen sich die Jungen nicht am Tragen, Spricht man von passiven Traglingen. Wie bei den Kängurujungen, die ihre erste Lebenszeit geschützt im Beutel der Mutter verbringen.
Halten sich die Jungen dagegen selbst an der Mutter fest, spricht man von aktiven Traglingen. Hierzu zählen die Nachkommen der verschiedenen Affenarten und natürlich die Menschenaffen. In der ersten Zeit klammern sich die Jungen mit Händen und Füssen ans Bauchfell der Mutter während sie später oft den Reitsitz bevorzugen.

Durch die Evolution haben wir unser Fell verloren. Dadurch kann sich ein menschlicher Säugling nicht aktiv mit Händen und Füssen am Körper anklammern. Ausserdem haben wir zusätzlich auch noch „Lauffüsse“, deren Greiffähigkeit kein sicheres Anklammern mehr erlaubt.

Damit wir aber dem Baby den angeborenen Tragewunsch erfüllen können, behelfen wir uns dem Tragetuch oder einer Tragehilfe.

 

Warum wir tragen
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